Arbeitskreis

 

Besucher während der Ausstellung des Arbeitskreises Muna am 11.09.2005 im Bürgerhaus Grebenhain.

 
Im November 2004 entstand in der Arbeitsgemeinschaft "Erinnern und Gedenken" der Naturfreunde-Ortsgruppe Lauterbach unter Leitung von Tilo Pfeifer (verst. 2007) die Idee zu einer systematischen Aufarbeitung der Geschichte der ehemaligen "Luftmunitionsanstalt Hartmannshain". Mitglieder der AG "Erinnern und Gedenken" und des seit 1990 existierenden Arbeitskreises Dorfgeschichte Grebenhain sowie weitere an der Geschichte der Muna interessierte Bürger gründeten daraufhin am 15.12.2004 den Arbeitskreis Muna Grebenhain.
 
Der Arbeitskreis versteht sich als unabhängige und überparteiliche Interessenvereinigung, die allen an der Aufarbeitung der Geschichte der "Luftmunitionsanstalt Hartmannshain" und ihren geschichtlichen Zusammenhängen interessierten Bürgern zur Mitarbeit offensteht.
 
Ziel des Arbeitskreises Muna Grebenhain ist die Aufarbeitung und Vermittlung der Geschichte und Nachgeschichte der "Luftmunitionsanstalt Hartmannshain" in ihrer Gesamtheit (Vorgeschichte, Bau, Zweck, Betrieb, Arbeitskräfte einschl. Zwangsarbeit, Ende und Zerstörung, Nachkriegszeit, Entmunitionierung, heutige Nutzung) und ihre Einbettung in den überregionalen zeitgeschichtlichen Kontext der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft, der Aufrüstung der Wehrmacht und des Zweiten Weltkrieges.
 
Der Arbeitskreis Muna widmete sich bisher u. a. der Sammlung und Archivierung von Erinnerungen, Dokumenten und Zeugnissen der "Luftmunitionsanstalt Hartmannshain" und dem Schutz der noch erhaltenen baulichen Überreste. Weiterhin bietet er Führungen durch die ehemalige Anlage an. Zu den laufenden bzw. bereits abgeschlossenen Projekten zählen außerdem die Schaffung einer Erinnerungsstätte (Muna-Museum Grebenhain) sowie in der Zukunft eine Buchveröffentlichung zum Thema. Von Beginn an arbeitete der Arbeitskreis Muna eng mit der Gemeinde Grebenhain zusammen.
 

Logo des Arbeitskreises Muna Grebenhain.

 
Nach umfangreicher Vorarbeit und Recherche veranstaltete der Arbeitskreis am "Tag des offenen Denkmals" am 11.09.2005 eine erste große Ausstellung über die "Luftmunitionsanstalt Hartmannshain" im Bürgerhaus Grebenhain mit zahlreichem Bildmaterial und Exponaten. Vor der Eröffnung der Ausstellung wurde ein Gedenkkreuz zur Erinnerung an die Opfer der Muna im Ortsteil Grebenhain-Oberwald enthüllt. Hierbei handelte es sich um das ehemalige Turmkreuz der katholischen Kirche von Grebenhain, welches in Zusammenarbeit mit der katholischen Kirchengemeinde und der politischen Gemeinde zu einem Denkmal umgewidmet worden ist. Sowohl die Einweihung des Gedenkkreuzes als auch die nachfolgende Ausstellung mit rund 2.000 Besuchern fanden in der Bevölkerung große Resonanz.
 
Seit Ende 2005 bemüht sich der Arbeitskreis um die Unterschutzstellung und Kartierung der baulichen Reste der "Luftmunitionsanstalt Hartmannshain". Am 23.11.2006 sprach Gerhard Gossens, der Leiter des hessischen Kampfmittelräumdienstes, vor etwa 300 Besuchern im vollbesetzten Bürgerhaus in Grebenhain über den Stand der Entmunitionierung des ehemaligen Muna-Geländes.
 
Bedingt durch das zunehmende öffentliche Interesse an der Muna entschloss sich der Arbeitskreis, ein mehrseitiges Faltblatt über die "Luftmunitionsanstalt Hartmannshain" herauszugeben. Dieses konnte 2007 mit Hilfe von Spenden in einer Auflage von 2.000 Exemplaren gedruckt werden und war schon bald nahezu vollständig vergriffen. Eine überarbeitete Neuauflage erschien anlässlich der Eröffnung des Muna-Museums Grebenhain im Mai 2011 parallel zu einem das Museum vorstellenden Faltblatt.
 
Am 16.10.2007 fand ein Vortragsabend vor rund 140 Besuchern in der vollbesetzten Kulturscheune "Zum Wilden Mann" in Bermuthshain statt, in dessen Rahmen der führende deutsche "Muna-Experte" Prof. Dr. Johannes Preuß vom Geographischen Institut der Gutenberg-Universität Mainz die Aufgaben, Struktur und Funktion der Munitionsanstalten der Wehrmacht erläuterte.
 
Im August 2009 wurde von Mitgliedern des Arbeitskreises eines der letzten erhaltenen Schanzhäuser der Muna in Eigenleistung wiederhergerichtet und daneben ein aus dem Gelände der Muna-Erweiterung von 1940 geborgener Zaunpfosten aufgestellt.
 
Seit 2008 befasste sich der Arbeitskreis Muna Grebenhain mit der Konzeption und dem Aufbau des Museums zur Geschichte der "Luftmunitionsanstalt Hartmannshain" und ihrer Folgenutzung in der im Rahmen der Dorferneuerung im Grebenhainer Ortsteil Bermuthshain sanierten "Alten Schule". Das Muna-Museum Grebenhain wurde am 08.05.2011 mit einem Tag der offenen Tür eingeweiht, an dem mehr als 500 Besucher einen Einblick in die neue Erinnerungsstätte nahmen.
 
Aktuell engagiert sich der Arbeitskreis in Eigenleistung bei der Herrichtung eines Bunkers im früheren NATO-Lager, in dem ab 2012 als Außenstelle des Muna-Museums in der "Alten Schule" in Bermuthshain verschiedene größere Exponate gezeigt werden sollen. Für die Zukunft ist weiterhin ist die Anlage eines geschichtlichen Wanderweges durch das ehemalige Muna-Gelände geplant.