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Arbeitskreis

Ein Teil der Mitglieder des Arbeitskreises Muna Grebenhain bei einer Exkursion im Gelände.

Im November 2004 entstand in der Arbeitsgemeinschaft "Erinnern und Gedenken" der Naturfreunde-Ortsgruppe Lauterbach unter Leitung von Tilo Pfeifer (verst. 2007) die Idee zu einer systematischen Aufarbeitung der Geschichte der ehemaligen "Luftmunitionsanstalt Hartmannshain". Mitglieder der AG "Erinnern und Gedenken" und des seit 1990 existierenden Arbeitskreises Dorfgeschichte Grebenhain sowie weitere an der Geschichte der Muna interessierte Bürger gründeten daraufhin am 15. Dezember 2004 den Arbeitskreis Muna Grebenhain.

Der Arbeitskreis versteht sich als unabhängige und überparteiliche Interessenvereinigung, die allen an der Aufarbeitung der Geschichte der "Luftmunitionsanstalt Hartmannshain" und ihren geschichtlichen Zusammenhängen interessierten Personen aus nah und fern zur Mitarbeit offensteht.

Ziel des Arbeitskreises Muna Grebenhain ist die Aufarbeitung und Vermittlung der Geschichte und Nachgeschichte der "Luftmunitionsanstalt Hartmannshain" in ihrer Gesamtheit (Vorgeschichte, Bau, Zweck, Betrieb, Arbeitskräfte einschl. Zwangsarbeit, Ende und Zerstörung, Nachkriegszeit, Entmunitionierung, heutige Nutzung) und ihre Einbettung in den überregionalen zeitgeschichtlichen Kontext der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft, der Aufrüstung der Wehrmacht und des Zweiten Weltkrieges.

Der Arbeitskreis Muna widmete sich bisher u. a. der Sammlung und Archivierung von Erinnerungen, Dokumenten und Zeugnissen der "Luftmunitionsanstalt Hartmannshain" und dem Schutz der noch erhaltenen baulichen Überreste. Weiterhin bietet er Führungen durch die ehemalige Anlage an. Zu den laufenden bzw. bereits abgeschlossenen Projekten zählen außerdem die Schaffung einer Erinnerungsstätte (Muna-Museum Grebenhain) sowie in der Zukunft eine Buchveröffentlichung zum Thema. Von Beginn an arbeitete der Arbeitskreis Muna eng mit der Gemeinde Grebenhain zusammen.

Der Arbeitskreis Muna Grebenhain ist Mitglied der Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) der Gedenkstätten und Erinnerungsinitiativen zur NS-Zeit in Hessen und ist damit in eine landesweite Kooperation und einen regelmäßigen Erfahrungsaustausch vergleichbarer Interessensgruppen eingebunden. Zudem ist das Muna-Museum Grebenhain Mitglied im Hessischen Museumsverband und in der Museumslandschaft Oberhessen.

Die erste Ausstellung des Arbeitskreises am 11. September 2005 im Bürgerhaus Grebenhain.

Nach umfangreicher Vorarbeit und Recherche veranstaltete der Arbeitskreis am "Tag des offenen Denkmals" am 11. September 2005 eine erste große Ausstellung über die "Luftmunitionsanstalt Hartmannshain" im Bürgerhaus Grebenhain mit zahlreichem Bildmaterial und Exponaten. Vor der Eröffnung der Ausstellung wurde ein Gedenkkreuz zur Erinnerung an die Opfer der Muna im Ortsteil Grebenhain-Oberwald enthüllt. Hierbei handelte es sich um das ehemalige Turmkreuz der katholischen Kirche von Grebenhain, welches in Zusammenarbeit mit der katholischen Kirchengemeinde und der politischen Gemeinde zu einem Denkmal umgewidmet worden ist. Sowohl die Einweihung des Gedenkkreuzes als auch die nachfolgende Ausstellung mit rund 2.000 Besuchern fanden in der Bevölkerung große Resonanz.

Seit Ende 2005 bemüht sich der Arbeitskreis um die Unterschutzstellung und Kartierung der baulichen Reste der "Luftmunitionsanstalt Hartmannshain". Am 23. November 2006 sprach Gerhard Gossens, der Leiter des hessischen Kampfmittelräumdienstes, vor etwa 300 Besuchern im vollbesetzten Bürgerhaus in Grebenhain über den Stand der Entmunitionierung des ehemaligen Muna-Geländes.

Am 16. Oktober 2007 fand ein Vortragsabend vor rund 140 Besuchern in der vollbesetzten Kulturscheune "Zum Wilden Mann" in Bermuthshain statt, in dessen Rahmen der führende deutsche "Muna-Experte" Prof. Dr. Johannes Preuß vom Geographischen Institut der Gutenberg-Universität Mainz die Aufgaben, Struktur und Funktion der Munitionsanstalten der Wehrmacht erläuterte.

Im August 2009 wurde von Mitgliedern des Arbeitskreises eines der letzten erhaltenen Schanzhäuser der Muna in Eigenleistung wiederhergerichtet und daneben ein aus dem Gelände der Muna-Erweiterung von 1940 geborgener Zaunpfosten aufgestellt.

Seit 2008 befasste sich der Arbeitskreis Muna Grebenhain mit der Konzeption und dem Aufbau des Museums zur Geschichte der "Luftmunitionsanstalt Hartmannshain" und ihrer Folgenutzung in der im Rahmen der Dorferneuerung im Grebenhainer Ortsteil Bermuthshain sanierten "Alten Schule". Das Muna-Museum Grebenhain wurde am 8. Mai 2011 mit einem Tag der offenen Tür eingeweiht, an dem mehr als 500 Besucher einen Einblick in die neue Erinnerungsstätte nahmen. Seither haben weit über 5.000 Menschen das Museum besucht. Auf großes Interesse stießen stets auch die Sonderausstellungen am Internationalen Museumstag, die seit 2012 jährlich stattfinden.

Seit 2011 engagierte sich der Arbeitskreis in Eigenleistung bei der Herrichtung eines Bunkers im früheren NATO-Lager, in dem als Außenstelle des Muna-Museums in der "Alten Schule" in Bermuthshain verschiedene größere Exponate gezeigt werden. Die Außenstelle wurde am 8. Mai 2013 eröffnet und ist seither fester Bestandteil der Gelände-Führungen. Am Internationalen Museumstag 2013 nutzen rund 400 Besucher die erstmalige Möglichkeit zur Besichtigung des Bunkers und der dortigen Ausstellung.

Auf Initiative der Mitglieder des Arbeitskreises Muna Grebenhain wurde am 16. April 2013 der Förderverein Muna-Museum Grebenhain gegründet. Für die Zukunft ist weiterhin ist die Anlage eines geschichtlichen Wanderweges durch das ehemalige Muna-Gelände geplant.