Arbeitskreis - Förderverein - Museum

Gelände

Eingang zum Bunker für das Notstromaggregat der Muna im heutigen Zustand.

Erst ein Rundgang durch das Gelände kann das gewaltige Ausmaß der einstigen "Luftmunitionsanstalt Hartmannshain" vermitteln. Ein solcher Rundgang kann individuell, aber auch im Rahmen einer Führung des Arbeitskreises Muna Grebenhain erfolgen. Aus Sicherheitsgründen dürfen sich die Besucher im Bereich der gesprengten Bunker jedoch ausschließlich auf den befestigten Straßen bewegen.

Die fast vollständig erhaltene ehemalige Wohnsiedlung der Muna liegt rund 2 km nördlich von Bermuthshain bzw. westlich von Grebenhain, zu dem der heutige Ortsteil Oberwald gehört. In dieser Siedlung wohnten der Leiter der Muna, Verwaltungsbeamte, Angestellte und Arbeiter sowie Wehrmachtsangehörige. Die Zufahrt erfolgt von der Bundesstraße 275 in Richtung "Oberwald-Klinik“. In Höhe der Straßengabelung fällt sofort das markante Gebäude der ehemaligen Wache auf. Daneben befinden sich die größeren Häuser, die als Verwaltungs- bzw. Wirtschaftsgebäude und als Kasernen dienten.

Den Arbeitsbereich der früheren Muna erreicht der Besucher über die Straße "Zum Steinchen“ in westliche Richtung. Vorbei an der ehemaligen Autowerkstatt für Reparaturen mit Garagenkomplex für LKW gelangt man zur Schreinerei, in der einst Hochbetrieb herrschte, um Munitionskisten herzustellen und auszubessern. Die damalige Schlosserei gegenüber - heute ein Wohngebäude – erledigte alle Metallarbeiten. Ein Notstrombunker mit einem 5.000 Liter fassenden unterirdischen Treibstoffbehälter sicherten die Energieversorgung auch bei vorübergehendem Ausfall des normalen Stromnetzes. In den Packhallen lagerten Munitionsbehälter, Infanterie- und Leuchtmunition. Der kümmerliche Rest der Tankstelleninsel lässt den Besucher kaum noch erahnen, dass dort einmal ein Vorrat von bis zu 60.000 Litern lagerte, um die ungeheuere Kriegsmaschinerie am Laufen zu halten.



E
hemalige Wache und Verwaltungsgebäude ("Waldvilla") der Muna im heutigen Zustand.

In der Gemarkung "Im Distelrod“ befanden sich ein Schuppen zur Holzeinlagerung und das Wagenplanhaus, in dem man die Planen für Eisenbahntransporte zum Trocknen aufhängen konnte. Auf dem heutigen Gelände der Firma STI standen die nur teilweise erhaltenen Arbeitshäuser, in denen die Bomben bezündert und die Abwurfbehälter mit Splitterbomben, jeweils 500 oder 1.000 Stück, beladen wurden. Die Zünder deponierte man in zugelöteten Blechkisten. Zum Auflöten mußten diese in das Löthaus transportiert werden. Schanz- und Feuerlöschgeräte verwahrte man in zahlreichen Schanzhäusern. Im Jahr 2009 richtete der Arbeitskreis Muna ein Schanzhaus her und stellte den einzigen erhaltenen und geborgenen Betonpfosten der Muna-Erweiterung von 1940 neben dem Schanzhaus auf.

Die Bunker standen im Areal in Richtung "Burgäcker". Sie konnten jeweils bis zu 80.000 kg Sprengstoff aufnehmen. Die Reste der gesprengten Bunker dokumentieren Zeitgeschichte und stellen auch Mahnmale für die Zukunft dar. Anlässlich des "Tages des offenen Denkmals" am 11. September fand die Enthüllung eines Gedenkkreuzes unweit der Oberwald-Klinik statt. Das Kreuz trägt die Inschrift: "Vater vergib – wie auch wir vergeben. Zum Gedenken an die Opfer der Luftwaffenmunitionsanstalt Hartmannshain 1939 – 1945".

Die wechselvollen Veränderungen auf dem Muna-Gelände bündeln lokale, deutsche und europäische Geschichte wie in einem Brennglas. Die stummen Zeugnisse spiegeln gleichermaßen das unendliche Leid und die ungeheuerliche Zerstörungswucht im Zweiten Weltkrieg. Dem Größenwahn dieses Krieges sollte ein verantwortungsvoller Neubeginn folgen, der vor dem Leben jedes Menschen größte Achtung wahrt und den Frieden sorgfältig schützt.